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Oase für den Geist

Wüste bringt man gerne mit dem Wort Einöde in Zusammenhang. Als Europäer kennt man vielleicht die Bilder von Dünenlandschaften oder endlosen Steinwüsten. Umso mehr überrascht die libysche Wüste durch ihre grenzenlose Vielfalt. Auf dem Rücken eines Kamels findet man alle zwanzig Minuten eine neue Art wüste, jede Art mit ihren ganz besonderen Eigenheiten.


Grenzenloser Blick - Wüste im Süden Libyens.


Der aufgewirbelte Sand versteckt die Sonne.


Gemütlich auf vier Beinen.

Es sind aber nicht nur die Landschaften, die die Wüste zu einem besonderen Erlebnis machen. Die unendlichen Weiten bieten viel Platz für Gedanken und Erinnerungen; das absoluten Fehlen irgendwelcher Bauten, die an die Zivilisation erinnern, ergeben eine neue Perspektive. Einzelne Pflanzen, manchmal sogar einzelne Grashalme oder Bäume, die wie aus dem Nichts wachsen, zeugen von der Kraft der Natur.

Die Tage sind heiss, die Nächte Kühl. Der Blick in den Himmel ist weit und frei, sternenklare Nächte werden zu einem besonderen Erlebnis. An windigen Tagen wird Sand und Staub aufgewirbelt, so dass die Landschaft in einem Dunstschleier verschwindet. Sonne und Mond sind kaum mehr zu sehen.

Was immer man in der Wüste benötigt, muss mitgenommen werden. Sei Wasser oder Essen, es muss von der Menge her so angepasst werden, dass es reicht, aber auch dass es noch transportiert werden kann. Diese schwierige Aufgabe wird einem von erfahrenen Touareg-Führern abgenommen, das es in Libyen sowieso nicht erlaubt ist, ohne zu reisen. Auch bei Kameltouren werden diese Sachen sowie persönliche Gegenstände wie Schlafsack und Kleider in einem Gelädewagen transportiert.

Für Wüstentouren gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Mit dem Kamel oder mit dem Geländewagen (4x4). Der Geländewagen bietet natürlich ein schnelleres Vorwärtskommen, ist aber gegenüber dem Kamel viel weniger reizvoll, weil man durch die Wüste rast statt in der Wüste geht. Das persönliche Erlebnis ist somit auf dem Kamel viel intensiver. Dies geht auf kosten der vielen Sehenswürdigkeiten der weitläufigen Wüste, die auf dem Kamel in kurzer Zeit nicht alle zu erreichen sind.

Während im Winter in der Wüste angenehme Temperaturen herrschen und praktisch kein Wind zu erwarten ist, wird vom Frühling bis zum Sommer immer heisser und warme Winde blasen einem den Sand ins Gesicht. Windet es in der Nacht, ist man am Morgen fast gänzlich mit Sand bedeckt. Die feinen Körner finden ihren Weg in den Schlafsack, so dass auch Augen, Ohren und Mund voller Sand sind.

Vollständigen Schutz gegen Sonnen, Sand und Wind bietet nur die Scheschia, das traditionelle Kopftuch der Tuareg. Es wird um den Kopf gewickelt und schützt auch Augen und Mund. Auch bei den Schuhen orientiert man sich am besten an den Tuareg-Führern: Sie tragen Badeschlappen. Die haben den Vorteil, dass man den Sand leicht ausklopfen kann, keine stinkigen Füsse erhält und trotzdem geschützt ist gegen die vielen dornigen Pflanzenteile, die sich unter dem Sand verstecken.

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