HOME ¦ Start Skandinavien Die Norweger
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Sie sind verschlossen, ja sogar bärbeissig, abweisend. In allen von mir konsultierten Reiseführer ist dieses Vorurteil zu lesen. In der Praxis kann es aber nicht bestätigt werden.

Wo immer wir auf unserer Reise Einheimische getroffen haben waren sie freundlich und sehr Hilfsbereit. Nun gut, ausser dem Personal in Hotels und Restaurants hat uns kaum jemand von sich aus angesprochen, aber im umgekehrten Fall ergab sich immer schnell ein langes Gespräch.

Interessant ist, wie nahe die Mentalität der Norweger bei jener der Schweizer liegt: In Aussenpolitischen Fragen wie dem EU-Beitritt sind genau die gleichen Argumente zu hören. Städter neigen zu einem Beitritt, die Landbevölkerung ist dagegen. Die Angst vor dem Verlust der eigenen Identität und Unabhängigkeit sind gross. Die Norwegischen Fischer etwa fürchten Sich vor den Bestimmungen rund um die Fischerei und man glaubt auch, dass es die EU nur auf Norwegens Öl abgesehen hat. Der Vergleich Fischerei – Landwirtschaft und Öl – Banken drängt sich auf.

Gerne schauen die Norweger auf die glorreiche Wikingerzeit zurück, wenn auch mit einem ironischen Unterton („We raped whole Europe“). Sie sind direkt, aber nicht unsensibel, interessiert, aber nicht bohrend, freundlich, aber nicht anhänglich. Im Zentrum der meisten Gespräche liegen die grossen Errungenschaften und Freiheiten des Landes.

Deutschen gegenüber kann auch Sarkasmus ins Spiel kommen, etwa wenn denn Touristen Zündhölzer mitgegeben werden – ein Hinweis auf all die Städte und Dörfer, die die Deutschen auf dem Rückzug und bei Strafaktionen wiederholt in Schutt und Asche gelegt hatten. Nachtragend hingegen sind die Norweger nicht: Das Geld der Deutschen ist herzlich willkommen.


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