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Bis
Mitte der 80er-Jahre wurde Ghadames noch bewohnt.

Die
Quelle, die einst die Stadt spies, ist hetue nur noch ein trauriger
Tümpel.
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Lange
Zeit hatte Ghadames eine grosse Bedeutung als Handelsstadt. Karawanen
brachten auf ihrem Weg aus dem Süden Tiere, Gold und Gewürze
und tauschten Sie gegen Güter, die andere Karawanen aus den
Küstengebieten brachten oder gegen Lebensmittel aus der Stadt
selbst. Mit dem Aufkommen der Schifffahrt, die einen günstigeren
Transport von Gütern aus dem Süden Afrikas nach Europa
erlaubte als mit den kostspieligen und gefährlichen Kamelkarawanen,
verlor Ghadames seine Bedeutung als Handelsstadt.
Die
Stadt wurde von den Berberstämmen Wasid und Walid bewohnt.
Von den Wasid waren es die vier Familien Djerzan, Tingtheen, Terfarfarah
und Oulad Billel, von den Walid die Tasko, Derrar und Masich. Jede
Familie hatte ihren eigenen Stadteil.
Ausserhalb
der Stadt lebte zudem dem Touareg-Stamm Foghaz als achte Familie.
Zwischen den Berbern und den Touareg bestand eine Art Symbiose (Händler
und Transporteure), die das Leben in der Oase erst möglich
machten.
Bis
1983/84 funktionierte das Leben in der Stadt in der traditionellen
Art. Dann begannen die Familien aus den einfachen Häusern der
Altstadt auszuziehen und die von der Regierung gebauten, modernen
Häuser zu beziehen. Dies führte automatisch zum Zusammenbruch
der traditionellen Gesellschaft, denn das Leben in der Altstadt
ist nur in der Gemeinschaft möglich.
Die
ehemaligen Bewohner sind noch die Besitzer der Häuser und Gärten,
benutzen sie aber nur noch für die Haltung der Tiere und bewohnen
die kühlen Häuser nur noch im heissen Sommer.
1980 Zählte die Stadt fast 10 000 Einwohner, die in ca. 2500
Wohnungen lebten. Pro Wohnung gibt es bis zu 150 Gärten, pro
Einwohner im Durchschnitt fünf Dattelpalmen. So stehen pro
Person und Tag rund 1 Kilo Datteln zur Verfügung.
Die
Quelle, die den Einwohnern das Wasser lieferte, ist heute weitgehend
versiegt und nur noch ein unappetitlicher Tümpel. So wurden
alternative Quellen angezapft, um die Versorgung zu gewährleisten.
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