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Tuareg-Siedlung
im Süden Libyens.

Tuareg-Mädchen.
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Die
Tuareg verfügen über einen eigenen Sprache (Tamaschek)
mit eigenen Schriftzeichen. Sie wird heute noch gesprochen, dürfte
aber über kurz oder lang vom Arabisch verdrängt werden.
Die
Verbreitung der Tuareg beschränkt sich nicht auf den Süden
Libyens, sondern auf das ganze Wüstengebiet Afrikas. Die Ziehung
der Grenzlinien Nordafrika durch die Franzosen Mitte des letzten
Jahrhunderts hat die Nomadenvölker stark in Bedrängnis
gebracht. Die «Söhne der Wüste» sahen sich
auf ihren traditionellen Wegen Grenzsoldaten gegenüber, die
ihnen die Weiterreise verweigerten. Die lebenswichtigen Brunnen
konnten nicht mehr erreicht werden, die Herden gingen ein. Zudem
wurden sie von den Regierungen verfolgt und sogar massakriert. So
gibt es heute kaum mehr Tuareg, die in traditioneller weise leben.
Selbst jene, die in der Wüste geblieben sind, ziehen nur noch
selten umher und wohnen nicht mehr in Zelten, sondern in primitiven
Holzhütten. Von der arabischen Bevölkerung werden sie
zum Teil mit Verachtung gestraft, ihre Lebensweise gilt als primitiv
und sinnlos.
Mit
dem Aufblühen des Tourismus in Libyen haben die Tuareg einen
neues Geschäftsfeld entdeckt. Sie betätigen sich als Guide
in den Wüsten oder besitzen Reiseagenturen in der Hauptstadt.
Die jüngeren kennen das Leben in der Wüste oft nur noch
aus den Erzählungen der Eltern und Grosseltern. Allen gemeinsam
ist der Stolz auf ihre Herkunft.
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